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DAT OLE FÖSTERHUUS"


Das alte Forsthaus ist 1852 mit verwendbaren Teilen eines alten Bauernhauses, das vorher an einem anderen Ort in der Heide gestanden hatte, im Klecker Wald aufgebaut worden. Als der Postkutschenverein seine Wünsche auf Überlassung des Gebäudes angemeldet hatte, sagte der damalige, zuständige Regierungspräsident in Lüneburg: "An dem Forsthaus ist nichts Erhaltenswertes dran, das wird abgerissen, selbst wenn der Kaiser von China kommt."

Es folgte ein langwieriger Kampf um den Erhalt des historischen Gebäudes, bei dem der Vorstand durch zahlreiche Heimatfreunde und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens unterstützt wurde, u. a. Ministerpräsident a. D. Heinrich Hellwege, die Bundesminister a. D.
Dr. Hans-Christian Seebohm und Ernst Lemmer und Oberkreisdirektor Dr. Andreas Dehn. Es gab Unterschriftensammlungen und viele Presseartikel und auch einen Fernsehbericht.
Laut einem Zeitungsbericht vom 8. August 1968 konnte der Verein den entscheidenden Erfolg verbuchen: Der Niedersächsische Minister Wilfried Hasselmann hatte die Bezirksregierung in Lüneburg angewiesen, einen Pachtvertrag mit dem Verein Postkutsche ab 1. August 1968 abzuschließen. Damit war die Rettung des historischen Forsthauses mit seinem schönen Eichenfachwerk und den mächtigen Fundamenten aus Findlingen gesichert. Leider war aber mit diesem Vertrag nicht der Postkutschenverein abgesichert, wie sich nach mehreren Jahrzehnten herausgestellt hat; denn in der Euphorie wurde der Passus

Im übrigen verzichtet der Verein auf sämtliche Ausgleichsforderungen
wegen Wertverbesserung oder aus sonstigem Rechtsgrunde.


akzeptiert. Ohne Inanspruchnahme öffentlicher Mittel oder sonstiger Zuschüsse hat der Verein mit sehr vielen Spenden, Mitgliedsbeiträgen und Eigenleistungen der Mitglieder den heutigen Zustand des idyllischen Anwesens geschaffen und erhalten. Tausende von Besuchern aus dem In- und Ausland waren in der Vergangenheit begeistert und voll des Lobes. Heute steht das alte Forsthaus unter Denkmalschutz. Doch dafür gibt es keinerlei Vorteile oder Mittel, sondern nur Vorschriften.


Als 2007 die Verlängerung des Pachtvertrages anstand, gab es Schwierigkeiten. Selbst der zuständige Minister für Landwirtschaft und Forsten Hans-Heinrich Ehlen und der nieder- sächsische Ministerpräsident Christian Wulff konnten dem Verein nicht helfen, die geforderte Erhöhung der Pacht um 1.500 % bzw. die Kaufpreisforderung von € 206.000,-- zu senken.
Der Vorstand des Vereins hatte sich deshalb schon mit dem Gedanken der Auflösung beschäftigt. Ein Spendenaufruf an alle Mitglieder hatte zwar erfreulichen Erfolg gebracht, dieser hätte aber nicht gereicht, die Zukunft des Vereins zu retten. Dann kam kurz vor Weihnachten aus heiterem Himmel die Zusage von Martin Schrader, dem Verleger der Wochenblatt-Gruppe in den Landkreisen Harburg und Stade, für eine Spende, die dem Verein den Kauf des Anwesens ermöglichte.
Als kleines Dankeschön der Mitglieder und der interessierten Mitbürger zum Erhalt der Kulturstätte "DAT OLE FÖSTERHUUS" und des Vereins erinnert zukünftig eine Bronzetafel am Olen Fösterhuus an den großzügigen Spender Martin Schrader.
Die Geschichte um das alte Forsthaus hat die bekannte plattdeutsche Autorin Frauke Petershagen in ein passendes, plattdeutsches Märchen verarbeitet mit dem Titel: "Dat ole Jagdslott". 
Im Mittelpunkt von Dat Ole Fösterhuus ist die in den früheren Stallräumen eingerichtete große Diele mit der offenen Herdfeuerstelle mit Feuerrähm und Grapen. Hier wird altes Brauchtum gepflegt, werden Geschichten erzählt und Lieder gesungen. Seitdem das Holz in einem Eisenkorb brennt und von außen dem Feuer Frischluft zugeführt wird, werden die anwesenden Gäste nicht mehr so eingeräuchert.


An dieser Stelle finden auch die standesamtlichen Trauungen statt.



In der Poststube, dem früheren Dienstzimmer des Försters und Hegemeisters Friedrich Schneemann, hängt die Stiftungsurkunde aus dem Jahre 1957 und der Original-Scherenschnitt "Postkutschenlied" von Georg Sluyterman van Langeweyde.


Im Jagdzimmer wird ebenfalls das Andenken an den Wildschützen und Volkshelden der Lüneburger Heide Hans Eidig wachgehalten. Hans Eidig ist 1804 als Sohn des damaligen Försters Benedix Eidig in "Fösters"-Huus in Klein-Klecken geboren. 1835 mußte er nach Amerika auswandern. Von diesem "Robin Hood" der Nordheide gibt es viele Erzählungen und Legenden. Hermann Löns dichtete von ihm:
"Ich bin ein freier Wildbretschütz und hab` ein weit Revier.
So weit die braune Heide reicht, gehört das Jagen mir."


Eekenboltentuun

Das Grundstück ist mit einer Steinmauer und mit einem Eekenboltentuun abgegrenzt. Dieser Zaun erinnert an alte Zeiten, als die Forstleute und Heidebauern Haus und Hof durch Eichenzäune vor den Wölfen und Wildschweinen schützten.


Backhaus
Vor dem Forsthaus steht verträumt das über hundert Jahre alte Backhaus, in dem nach langer Zeit wieder Brot und Butterkuchen gebacken werden können. Hier hat in den letzten Jahren auch Irma Kunstmann (Schuster), die Wirtin vom Kiekeberg, die Vereinsmitglieder mit ihren Backkünsten erfreut. Die gemütliche Rundbank und der Birnbaum vor dem Backhaus mußten leider der nach dem erfolgten Kauf geforderten vollbiologischen Klärgrube weichen.


Remise
Nach längerer Suche war es gelungen, für die Postkutsche eine passende Unterstellmöglichkeit zu finden. Konrad Kahnenbley aus Woxdorf stiftete dem Verein 1986 auf Abbruch eine über 300 Jahre alte Durchfahrtscheune. Diese wurde dann nach Vorliegen der Baugenehmigung vom Zimmermeister Peter Aldag und Mitwirkung einiger Vereinsmitglieder kostenlos umgesetzt. Am 9. Mai 1987 konnte die Einweihung der Remise gefeiert werden. Aber nicht nur für die Postkutsche gab es somit einen trockenen Platz, auch eine große Menge Kaminholz kann dort gelagert werden.


Verein Postkutsche Lüneburger Heide e.V., E-Mail